Löhner Heimatpreis

Zum fünften Mal hat die Stadt Löhne die Auszeichnung vergeben und drei Projekte gewürdigt. Bei einem davon sieht die Stadt vor allem Lärmbeschwerden als Erfolg.

Löhne. Mit „Entdecke die Möglichkeiten“ hat Stadtpate und Moderator Daniel Schneider die Vergabe des Heimatpreises in diesem Jahr überschrieben. Diesen Slogan hat er zwar vom schwedischen Möbelriesen übernommen, trotzdem passe er gut, um das vielfältige Engagement in der Werrestadt zu würdigen. Zum fünften Mal hat die Stadt Löhne den Heimatpreis des Landes NRW verliehen. Dieses Mal auf dem Oktoberfest, das „auch ein Stück Heimat“ sei, so Bürgermeister Bernd Poggemöller.

„Was ist Heimat?“, fragt Bernd Poggemöller in seiner Ansprache. Heimat, das sei ein Gefühl von Zuhause-Sein, ein Ort, an dem man sich aufhält, und vor allem menschliches Miteinander. Die drei ausgezeichneten Projekte hätten genau das erreicht. Die Löhner Vereine „machen hervorragende Arbeit“, so der Bürgermeister. Fünf Bewerbungen seien eingegangen, die von der Jury, bestehend aus dem Stadtoberhaupt, seinen Stellvertretern und den Fraktionsvorsitzenden, ausgewertet wurden. Die Sieger wurden anschließend gemeinsam vom Löhner Rat gewählt. „Es gab schnell Einstimmigkeit“, sagt Poggemöller.

Mit der Umsetzung des Projektes einen Traum erfüllt

Der Förderkreis Kirchenmusik Obernbeck wurde für den ersten Platz auserkoren. Für das Projekt „Rutter 2.0“, eine kostenlose Wiederholungsaufführung des traditionellen Adventskonzerts unter der Leitung von Kirchenmusikdirektorin Elvira Haake, gibt es ein Preisgeld von 2.500 Euro. Poggemöller lobt die „qualitativ hochwertigen Auftritte“. Musik und Kultur generell sei ein wertvolles Gut, das mit „Rutter 2.0“ für alle erfahrbar gemacht werden sollte, „auch Menschen, die sonst vielleicht nicht in die Kirche kommen“, so Haake. Dafür sei etwa in Seniorenheimen geworben worden, Fahrdienste wurden organisiert.

 

Die „dankbare stille Freude der Menschen“ sei das Schönste gewesen, so Haake. Sie dankt allen Unterstützerinnen und Unterstützern. Mit der Umsetzung des Projektes habe sie sich einen Traum erfüllt, sagt sie und appelliert an die Anwesenden, den Mut zu haben, eigene Ideen umzusetzen. Haake: „Es lohnt sich, zu träumen.“

Mit 1.500 Euro für den zweiten Platz wird der Löhner Imkerverein für die Zusammenarbeit mit der Bienen-AG der Bertolt-Brecht-Gesamtschule bedacht. „Es macht einfach Spaß, das Leben zu sehen, das über Löhne ausschwärmt“, sagt Manfred Kröger vom Imkerverein. Besonders den jungen Mitgliedern der Bienen-AG das Wissen über die Insekten und das Imkern näherzubringen, sei schön, sagt Imker Ronald Peppmüller. Das scheint im Übrigen auch bei den Schülerinnen und Schülern so zu sein. In der Bienen-AG der BBG seien aktuell keine Plätze mehr frei, so Kröger und Peppmüller.

Lärmbeschwerden bei der Stadt als Beleg für den Erfolg

Den dritten Platz belegt die Schützengesellschaft Obernbeck für ihr Dorffest, das im Zuge des Schützenfestes im Juni dieses Jahres stattfand. „Früher war das Schützenfest immer für alle und ein großer Treffpunkt“, sagt Tanja Horstmann, Geschäftsführerin der SG Obernbeck. Weil diese Art des Miteinanders in der Vergangenheit etwas verloren gegangen sei, habe man mit dem Dorffest einen Anlaufpunkt bieten wollen, der offen für alle sei. „Nicht mit den Schützen, sondern mit der Gemeinschaft im Vordergrund“, so Horstmann.

Dass dieser Plan beim Dorffest sehr gut aufgegangen sei, bestätigt auch Bernd Poggemöller. „Es hat Lärmbeschwerden gegeben“, sagt er. Das habe ihn als Stadtoberhaupt gefreut, sagt Poggemöller zu den Schützinnen und Schützen. „Das ist ein Beleg für den Erfolg eures Einsatzes.“